Salzpflanzen

Die Salzpflanzen im Kurpark

Botanische Kostbarkeiten

Das Vorkommen und gute Gedeihen von Pflanzen ist stark an die Bedingungen des jeweiligen Standortes geknüpft. Dies kennt man von Zimmerpflanzen, die teils sehr wählerisch sind was die Sonneneinstrahlung oder die Menge an Gießwasser betrifft. Durch das Vorkommen von natürlichen Salzquellen gibt es im Kurpark besondere Standortbedingungen. Von den in der Gegend weit verbreiteten Wiesenpflanzen hat keine eine so hohe Salztoleranz, dass sie in den stark salzhaltigen (salinen) Bereichen wachsen kann. Stattdessen hat sich dort eine reichhaltige und sehr spezielle Vegetation ausgebildet. Viele der Pflanzen, darunter Strand-Dreizack und Erdbeer-Klee, sind ansonsten fast nur an der Küste zu finden. Vorkommen im Binnenland sind selten und auf wenige Standorte beschränkt.

Aus diesem Grund erweckte die Pflanzenwelt im Kurpark früh die Aufmerksamkeit von Botanikern. Erste Beschreibungen der Salzflora gab es bereits 1853, seitdem dauert das Interesse an. Viele der Salzpflanzen sind bestandsbedroht und gelten als „botanische Raritäten“. Dies hat die Stadt Nidda schon früh erkannt und die Pflege des Kurparks an die besonderen Bedürfnisse der Salzpflanzen angepasst. So konnte das Vorkommen des Echten Selleries, einem direkten Vorfahren des Kulturselleries, gestärkt werden. 

Diese Pflanze ist hessenweit nur im Kurpark Bad Salzhausen zu finden, in vielen Bundesländern gilt sie als ausgestorben oder vom Aussterben bedroht. Die Stadt Nidda setzt sich besonders für ihre Erhaltung ein und ist seit dem Jahr 2019 Partner des genetischen Erhaltungsgebietes bei Bad Salzhausen im Netzwerk Wildsellerie.

Einen Eindruck von den Salzwiesen mit der heute vorhandenen Salzflora gibt Ihnen der Flyer „Besondere Vegetation“, der hier zum Download bereitsteht.

Ausführliche Informationen zur Historie der Quellen (einschließlich der geologischen Voraussetzungen), der Salzvegetation, der Kulturgeschichte des Ortes und der Geschichte der therapeutischen Anwendungen finden Sie in vier Materialienbänden des Entwicklungskonzeptes „Entwicklung und touristische Aufbereitung des Salz-Standortes Bad Salzhausen“. Sie wurden 2011 von PlanWerk bzw. Kirnbauer erstellt.

Diese Materialienbände stehen hier mit zwei Anlagen zum Download zur Verfügung.